Interviews

Interviews II – Reflexion und Fazit

In meiner Arbeit habe ich meinen Korpus mit zwei Methoden aus unterschiedlicher Perspektive untersucht. Die Interviews dienen mir dazu die Intention der Illustrator*Innen abzufragen und kontextualisieren. Durch die Auslege-Ordnungen in den Workshops konnte ich die Interpretationen der Illustrationen untersuchen.

Im Verlaufe der Phase, in der ich die Interviews durchführte, kristallisierte sich immer mehr heraus, dass ich für eine Publikation den Fokus mehrheitlich auf die Illustrator*innen und ihre Positionen legen will. Die Interviews ergänzen und bereichern die Bilder und den theoretischen Teil der angedachten Publikation.

Im Verlaufe der Interviews musste ich aber meinen eigenen Standpunkt auch immer wieder überprüfen. Z. B.: Wie gehe ich damit um, wenn Illustrator*innen nicht bewusst Monster kreieren oder sich mit Gender auseinandersetzen.

Es gibt einige Beispiele wo die Interpretation und Intention von Monster als Kritik an Gender-Dichotomien stark auseinander klaffen. Dabei ist die Frage, was ein Monster ist, nicht unwesentlich. So gibt es Illustrator*innen welche Kreaturen schaffen die durchaus als Monster interpretiert wurden und Definitionen aus den Monster-Studies erfüllen, aber nicht als Monster gedacht wurden.

Beispiel Felix d’Eon

Beispiel Sally Mandl

Der Kontext ist bei der Interpretation massgeblich. Ich könnte mir vorstellen, dass es denkbar wäre auch Bilder, die nicht in einer queerfeministischen Absicht bewusst als Monster geschaffen wurden nutzen zu können, um eine Diskussion über Gender anzuregen. Jedoch hat sich gerade in den Interviews gezeigt wie unglaublich spannend, feinfühlig, aufwühlend, zugänglich, bereichernd gerade die Positionen sind, bei denen Illustrator*innen bewusst persönliche und politische queerfeministische Themen ins Spiel bringen. Darum ist es mir ein grosses Anliegen gerade diese Illustrator*innen in die Publikation aufzunehmen und ihnen Sichtbarkeit zu ermöglichen. Die Illustrator*innen sollen auch in der Publikation zu Wort kommen, gerade weil ihre Statements die Bilder ergänzen und bereichern.

Dieser Fokus wurde mir erst durch die Interviews wirklich bewusst und ist eine schöne Erkenntnis für mich. Das soll nicht heissen, dass die in den Workshops erarbeiteten Erkenntnisse nicht auch in die Publikation einfliessen, jedoch wird die Gewichtung klar auf die Illustrator*innen und ihre Positionen gelegt.