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Androzentrische und heteronormative Monster-Illustrationen

Monster-Illustrationen, die heteronormative Stereotype reproduzieren, wurden in dieser Sammlung bewusst ausgeschlossen. Die für den Master aufgearbeitete Monster- und Gender Theorie leitet zwar schön her, warum ein kritischer Blick auf und durch Monster gerade für queere Menschen so ergiebig und fruchtbar sein können. Dies heisst aber (leider) nicht, dass es nicht auch Monster gibt, die genau diese androzentrischen und heteronormativen Gender-Dichotomien wiederholen. Es wäre sicherlich auch eine spannende Arbeit sich diesem Phänomen anzunehmen. Jedoch ist es ein wichtiges Ziel dieser Arbeit gerade die queere Perspektive sichtbar zu machen und marginalisierten Positionen eine Stimme zu geben. Den heteronormativen Monstern soll durch diese Arbeit nicht noch mehr Aufmerksamkeit und Sichtbarkeit geschenkt werden.

Dennoch will ich hier kurz auf einige Findings während meiner Recherche eingehen.

Heteronormative Monster und Monster Erotik

Im Artikel „Becoming the Monster“ untersuchte Jaquelin Elliott wie gerade Monster-Mensch Beziehungen gerne heterosexuell markiert werden, obwohl Monster und Queerness schon lange miteinander verwoben sind. Sie zeigt auf wie in Filmen und Serien wie MTV’s Teen Wolf Monster in heterosexueller Manier romantisiert werden und LGBTQAI+ Positionen gänzlich verdrängen.

 “[…]the meteoric rise in popularity of paranormal romance, particularly in the Young Adult genre, which has normalized human/monster pairings as a heterosexual romance ideal and pushed queers out of even the liminal spaces of monstrosity.“[1]

Sie zeigt aber auch auf wie LGBTQIA+ Communities Monster durch Fan-Fiction zurückeroberten.

„[…]belie a desire not only for better queer representation, but also for more complex re-articulations of queer monstrosity. That is, a desire to put the ‘queer’ back into queer monstrosity. […] Werewolf slash fiction refuses to allow the foreclosure of queer monstrosity to occur, allowing queer fans to reclaim the symbolic and narrative trappings of the monsters so frequently trotted out as metaphors for queerness and carve out a place once more for themselves in the liminal spaces of monstrosity.“

Monster werden aber nicht nur in Serien und Filmen von heteronormativen Fantasien vereinnahmt. Auch in Literatur oder der Pornoindustrie ist die sogenannten Monster Erotik oder kryptozoologische Erotik vertreten:

„The genre, also known more politely as “cryptozoological erotica” revolves around stories of characters, usually women, having bizarre erotic encounters with all manner of mythical and fictional creatures, such as mermen, Bigfoot, krakens, extra-terrestrials, and just about any kind of creature one might imagine.“[2]

Ohne über dieses Genre mehr zu wissen sind mir auf meiner Suche nach Illustrationen viele Bilder aufgefallen, die darunter fallen würden. Augenfällig war, wie stark diese die gängigen androzentrischen und heteronormativen Gender-Stereotype reproduzieren.


Als Beispiel dafür möchte ich auf den Blog „Monster holding Bitches“ verweisen.

Screenshot Monster holding Bitches
Screenshot Monster holding Bitches

Auch sind mir oft die Bilder von Toshio Saeki begegnet. Über seine Illustration habe ich im Beitrag zum Worksop 3 vergleichend berichtet, da sie als interessanter Kontrast für mich im Raum stand.

Toshio Saeki ist ein Japanischer Ero guro Künstler, eine literarische und künstlerische Bewegung die in den 1930 Jahren begann und die sich der Verbindung von Erotik und groteskem Horror widmete. Saeki schafft bis heute populäre Ero guro Werke und wird gerne als Satire auf die Geschlechterrollen in Japan verstanden. Der Künstler versteht sich selbst nicht als politisch und verbleibt vielmehr in seiner spielerischen Rolle des Zeichners, wo er auch für das japanische Äquivalent des Playboys illustrierte oder BDSM Magazine. [3]



[1] Jaquelin Elliott, „Becoming the Monster“, auf revenantjournal. Besucht am 05.03.2019: http://www.revenantjournal.com/contents/becoming-the-monster-queer-monstrosity-and-the-reclamation-of-the-werewolf-in-slash-fandom/#sthash.sqb7DWjL.dpbs

[2] Scott A. McGreal MSc., „Monster Porn and the Science of Sexuality“ auf Psychologytoday, . Besucht am 22.05.2019: https://www.psychologytoday.com/us/blog/unique-everybody-else/201403/monster-porn-and-the-science-sexuality

[3]Besucht am 10.05.2019https://en.wikipedia.org/wiki/Ero_guro


Vergleiche

Paasonen, Susanna, The Affective and Affectless Bodies of Monster Toon Porn. In Paul Nixon and Isabel Düsterhöft (eds.), Sex in the Digital Age. Farnham: Ashgate.
(PDF) The affective and affectless bodies of monster toon porn. Available from: https://www.researchgate.net/publication/326392407_The_affective_and_affectless_bodies_of_monster_toon_porn [accessed Dec 30 2019].

https://www.businessinsider.com/monster-porn-amazon-crackdown-sex-fantasy-bigfoot-2013-12?r=US&IR=T