Besuch einer Veranstaltung

EF_Femininity

Besuch der Premiere am Donnerstag, 5. April 2018.

Das Theaterstück EF_Femininity hat ohne viel Aufregung und ganz ohne Effekthascherei eine berührende und differenzierte Erzählung über Gender geschaffen. Ausgangslage war das Dritte Geschlecht in Indien, woher auch die vier Schauspieler*innen stammen. Anhand von vier Schicksalen, die alle auf unterschiedliche weise von vorherrschenden Geschlechterrollen in prekäre Lebenssituationen gedrängt wurden, wird eine Auseinandersetzung mit Gender-Performance gemacht. Die Schicksale sind so spezifisch, so ergreifend individuell, dass das Theaterstück gänzlich ohne Rückgriffe auf Stereotype oder Erklärungsnöte auskommt und dennoch einen ergreifenden Zugang schafft.

Im Vergleich zum erst kürzlich erschienenen Musical COCO am Konzert Theater Bern wird das Thema sensibel, authentisch und mit einem Blick auf Intersektionalität aufgegriffen.

Aus der Pressemitteilung:

Marcel Schwald und Chris Leuenberger wollten in ihrer Kindheit Mädchen sein. Ihre Faszination für weiblich konnotierte Verhaltensweisen besteht bis heute, besonders wenn diese durch eine selbstbewusst angeeignete Praxis zum politischen Statement werden.

In Indien, wo Geschlechter jenseits des binären Codes auf eine lange Geschichte zurückblicken, knüpften sie Kontakt mit der Journalistin Shilok Mukkati, der Performerin Living Smile Vidya und der Choreografin Diya Naidu; allesamt Aktivistinnen für die Anerkennung ihrer eigenen Weiblichkeiten. Als Team untersuchen und befragen sie Weiblichkeit, Hyperweiblichkeit und Effemination.
Nach der Produktion «Kreutzberg» (2015), die u.a. Homosexualität im Zweiten Weltkrieg verhandelte, verweben Leuenberger/Schwald erneut tänzerische und biografische Ansätze zu einer Performance.

Eine Produktion von Chris Leuenberger und Marcel Schwald in Koproduktion mit der Dampfzentrale Bern und projet Danse et dramaturgie.