Im Dialog

Teilnahme Gender-Salon

Ich wurde von Larissa Holaschke, Assistentin Trends und Ereignis des Master of Arts in Design, als Gesprächspartnerin für den Gender-Salon eingeladen. Zusammen mit Jörg Scheller, Leiter Bachelorkonferenz Theorie, Bachelor of Arts in Kunst & Medien, Departement Kunst & Medien ZHdK diskutierte ich unter der Moderation von Holaschke über Gender in Design.

Das Gespräch war Teil einer drei teiligen Reihe des Gender-Salon und fand am 09. November 2017 in Zürich statt. Im Gender-Salon soll die Bedeutung von Gender für Design und umgekehrt verhandelt werden.

Hier einige Gedanken zum Salon an welchem ich teil genommen habe:

 

Anbei weitere Informationen zu den Diskussionsrunden und dem Gender Salon: Herausstreichen möchte ich einen Aspekt aus dem Salon und zwar die Auslegeordnung die von Larissa Holaschke angeleitet wurde.

Ziemlich zu Beginn des Formates bat sie alle Teilnehmenden Produkte aus einerSporttasche auf einer Linie aufzustellen. Wir sollten einordnen wie weiblich oder männlich ein Produkt, respektive dessen Design war. Dabei war Links weiblich, die Mitte Neutral und ganz Rechts besonders Männlich. Damit wurde bereits ein binäres Verständnis vorgeschrieben, wobei die einzige Alternative als „Neutral“ definiert war. Übertragen können wir unsere Identitäten also nur zwischen zwei binären entgegengesetzten Geschlechter verorten. Ausserdem wird auf diesem Spektrum das Dazwischen auch no

 

ch als „Neutral“ kategorisiert was eine eigenständige Subjektperspektive gänzlich ausschliesst. Eine solche Darstellung von Gender ist äusserst problematisch und zeigt nur zu gut auf, was für ein Verständnis davon in der heutigen Designpraxis vorherrscht. Eine solche binäre Kategorisierung schliesst viele Individuen aus, die sich nicht einfach im vorherrschenden heteronormativen binären System einordnen lassen.

Wäre eine solche Anordnung bewusst gewählt worden um die Binarität aufzuzeigen, hätte diese allenfalls potential haben können. Da dies jedoch nicht der Fall war, perpetuierte diese vielmehr die gängigen Stereotype.

Gender Salon –  Über Klischees und Perspektiven im Design

Über den Salon

Was ist eigentlich gutes Design? Es gibt viele Beispiele für augenscheinlich gutes Design, welches sich auf den zweiten Blick als stereotypes, schlechtes und sexistisches Design entpuppt. Häufig tragen Produkte (un)bewusste Gender-Codes «für Männer» oder «für Frauen» in sich, auch wenn das Produkt gendersensibel gestaltet werden könnte. Um zu erkennen, wo wir besser mit Gender im Design umgehen können, wollen wir über die Dinge in unserem Alltag, ihre Geschlechterklischees und die damit verbundenen tradierten Rollenbilder sprechen.

Der Gender Salon bietet Raum für Diskussion. Eine angewandte lustvolle Auseinandersetzung mit Gender im Design. An drei Abenden tauchen wir in unsere Alltagskultur ab und untersuchen, wie Identitäten produziert und gestaltet werden können.

Wir diskutieren und spekulieren über Alltagsdinge, Designobjekte und Lifestyleprodukte und hinterfragen gängige Designpraktiken. Wir betrachten gesellschaftlichen Wandel und erkunden Gestaltungs- und Möglichkeitsräume, die sich durch Trendvokabeln wie gender fluid und female shift eröffnen. Designer*innen und interessierte Personen sind herzlich eingeladen mit uns über Duschgels, Rasierapparate und Cupcakes zu diskutieren.

Eine Veranstaltung der Fachrichtung Trends & Identity des Departements Design, Zürcher Hochschule der Künste.

Veranstaltung 1: Boxgym
Zwischen Duschgel und Schweissgeruch – eine Zustandsanalyse

Wie äussert sich der Aspekt Gender im Design? Welche Assoziationen verbinden wir mit «for men» oder «for women»? Haben wir wirklich so unterschiedliche Anforderungen an Produkte wie Duschgels, Fitness Tracker und Power-Riegel? Brauchen wir männlich oder weiblich konnotierte Marketingslogans, um uns mit Wasserflaschen, Rasierapparaten und Deodorants zu identifizieren? Oder ist es überflüssig eine weibliche und eine männliche Variante anzufertigen?

Gender spaltet die Gemüter, wie auch die Produktpaletten. Und wir als Designer*innen stecken mittendrin. In der Boxgym wollen wir unseren Blick schulen, um Geschlechterklischees im Design von Alltagsprodukten aufzubrechen und ein Gefühl für Genderaspekte zu entwickeln.

Veranstaltung 2: Nail Salon
Pink it and shrink it: eine kritische Auseinandersetzung

Wie gestalten wir als Designer*innen Geschlechteridentitäten? Sind Objekte, die Männer entwerfen «männlich», und jene von Frauen «weiblich»? Können wir Personas definieren, ohne Klischees zu bedienen? Oder welche Methoden können wir anwenden, um sensibel mit Zielgruppen umzugehen?

Design ist Zukunftsgestaltung. Im Design von Alltagsdingen spiegeln sich jedoch auch die Geschlechterstereotype ihrer Gestalter*innen. Wir tragen Verantwortung wie wir unsere Welt gestalten und können Genderstereotype zum Kippen bringen. Während einer Maniküre im Nail Salon betrachten wir Trends und Phänomene wie «Freebleeding», «Stricken» und «Cup Cake backen», die neue Vorstellungen von «Gender» voraussetzen, und diskutieren, wie wir uns durch unseren Lifestyle und Self-Design aktuell inszenieren.

Veranstaltung 3: Waschsalon
Bitte mit anderen Farben waschen – Perspektiven für gestalterische Freiräume

Ist gutes Design geschlechtsneutral? Ist Inclusive Design die Antwort? Oder kann Design überhaupt genderlos sein?

Was bedeutet unisex? Wie äussert sich kluges, gendersensibles Gestalten in spekulativen Designobjekten? Und wie sieht das Gender-Spektrum in bestehenden Produkten aus?

Wenn wir «neutral» gestalten möchten, manifestiert sich wohl in den seltensten Fällen der androgyne Mensch vor uns. Die Ausdifferenzierung der Geschlechter ermöglicht uns ein neues Gestaltungsspektrum. Am letzten Abend werfen wir die Gender-Aspekte in die Schleuder und betrachten welchen Beitrag Design für ein Gender-Bewusstsein und den gesellschaftlichen Wandel leisten kann.