Besuch einer Veranstaltung

Over Her Dead Body Redux

Reflexion zum Besuch des Symposiums „Over Her Dead Body Redux: Feminism for the 21st Century“ vom 20. – 21. Oktober 2017

Der Besuch des zweitägigen Symposiums war intensiv und inspirierend. Es gab mir einen höchst spannenden Einblick in aktuelle Debatten wichtiger Personen im Feld der Genderstudies. Da sich die Vorträge immer auch auf das Buch „Over Her Dead Body“ von Elisabeth Bronfen bezog, bewegten sich viele der Beiträge zumindest am Rande in einer Auseinandersetzung mit Ästhetik. Somit konnte ich viele Inputs auch sehr Konkret in Bezug auf mein Interessenfeld beziehen.

Nebst der spannenden Auseinandersetzung mit kontemporären Feminismen konnte ich zwei spannende Gedanken mitnehmen, welche ich in der Folgezeit weiter verfolgen möchte.

In ihrer Keynote sagt Judith Butler „aesthetics emerge at the borders of the unfathomable“ (Ästhetiken entstehen am Rande des Unergründlichen). Dieses Spiel mit oder an der Grenze ist mir aus verschiedenen Auseinandersetzungen bekannt. Das hypothetisch unergründliche wäre in diesem Falle Gender und der Gedanke, die Ästhetiken darum zu erforschen gefällt mir sehr.

Der zweite Gedanke schliesst an Judith Butlers Aussage an, dass Gender nicht eine gegeben Identität ist, sondern ein Geflecht von Beziehungen. Gesine Krüger und Alessandra Violi haben in ihren beiden Vorträgen aufgezeigt wie Archive neu gelesen und beschrieben werden können und in Beziehung zu einer Gender-Debatte gestellt werden können. Im Bezug auf Butler könnte dies ausgelegt werden, dass nebst der ästhetischen Arbeit auch eine konzeptionelle gemacht werden kann – eine Aufstellung neuer Beziehungen, mitunter auch aus alten.

Die Arbeit mit Archiven interessierte mich aus zweierlei Gründen besonders. Zum einen in Hinblick auf mein eigenes Arbeiten mit Collagen, welches immer ein Rückgriff auch Archive impliziert. Auch was es heisst, diese Archive durch Collagen zugänglich zu machen, zu lesen und neu zu beschreiben.

Zum anderen wie über Kuration eine neue Be- und Einschreibung stattfinden kann und damit neue Perspektiven vermittelt werden. Auch wie die Arbeit mit Archiven in Verbindung mit Care (sich um etwas kümmern oder auch Pflege oder Heilung) gebracht werden kann – Curation also als eine Form von Caring zu verstehen und auszulegen.

Das Symposium zeigte mir auf, wie aktuell und verwoben meine Masterarbeit ist und dass ich mich auf einem Weg bewege, an dem bereits viel gearbeitet wurde und es doch noch viel Potenzial und Unerforschtes gibt. Das ist nicht nur eine gute, sondern auch eine inspirierende Voraussetzung für meine Masterarbeit.

Zusammenfassung der Tagung und Notizen hier: „Over Her Dead Body: Notizen“