Im Dialog

Interview mit Claudia Amsler

Claudia Amsler schloss 2017 ihr Studium Genderstudies am interdisziplinären Zentrum für Geschlechterforschung Bern ab und besuchte im Nebenfach Philosophie.

Hintergrund

Ich kenne Claudia Amsler von der Zusammenarbeit im Rahmen des ckster Festivals 2017, in welchem wir Hacking als Designstrategie in verschiedenen Disziplinen untersuchen. Im Frühling jenes Jahres fand die dritte Ausgabe statt, mit dem Schwerpunkt Gender-Hacking. Claudia Amsler wurde in einer beratenden Position für die Erarbeitung des Programmes und der Fokussierung im Vorfeld des Festivals hinzugezogen. Seither pflegen wir einen sporadischen Austausch. Als ich erfuhr, dass sie sich während ihrem Studium intensiver mit feministischer Ästhetik auseinandergesetzt hatte, war für mich klar, dass ich mehr über diese Auseinandersetzung in Erfahrung bringen möchte. Es war somit ein glücklicher Zufall, dass ich für die Aufgabe des Interviews ein Treffen mit ihr organisieren konnte, um mein Interesse mit dem Interview zu verbinden.

Die Rahmenbedingungen für das Interview waren interessant, insofern wir sowohl einen freundschaftlich als auch professionellen gemeinsamen Hintergrund haben und somit eine gemeinsame Grundlage und Sprache. Nichtsdestotrotz war ich mir durchaus bewusst, dass dies ebenfalls Schwierigkeiten für ein klassisches Interview bergen kann. Die Gefahr, dass sich ein privates und persönliches Gespräch zu sehr mit dem Interview vermischt, wollte ich unter anderem damit vermeiden, dass ich das Treffen in zwei Teile gliederte. Bereits im Vorfeld habe ich sie über das Interview in Kenntnis gesetzt.

Verlauf

In der Vorbereitung hatte ich verschiedene Fragen formuliert und zwei Fokusse definiert. Im ersten Teil des Interviews wollte ich mehr über ihre Arbeit mit feministischer Ästhetik in einem theoretischen Kontext erfahren und welche Fragen, Schwierigkeiten und Erkenntnisse dabei aufgetaucht sind. Da ich sie wie erwähnt persönlich kenne, wusste ich zudem, dass sie des Weiteren eigene künstlerische Projekte verfolgt und wollte mich erkundigen, inwiefern die genannte Auseinandersetzung ihre künstlerische Praxis prägte.

Die Wahl der Fokusse empfand ich als äusserst gelungen und ergiebig. Ich begann mit der theoretischen Arbeit und kam im späteren Gespräch auf ihre künstlerische Praxis zu sprechen. Sie konnte dadurch Bezüge herstellen und es entstand eine Wechselwirkung der beiden Fokusse, sodass neue Fragen auftauchten und ich auch über die künstlerische Praxis mehr über die theoretische Auseinandersetzung erfuhr.

Durch das Gespräch wurde mir auch schnell klar, dass Claudia Amsler ähnliche Problemfelder skizzierte die ich bereits vage in der kurzen Zeit meiner Recherche zu erahnen begann. Durch eine reine Text-Recherche hätte ich dies kaum in Erfahrung bringen können und habe so nun eine mögliche Vorstellung, welche Ansätze ich zur Gestaltung des Feldes verfolgen kann.

Des Weiteren vermischte sich das Interview nach einer gewissen Zeit tatsächlich mit einem privaten Gespräch. Dies war einerseits interessant, da dadurch Fragen aufkamen, die ich nicht vorbereitet hatte, aber höchst interessant waren. Andererseits lag es auch daran, dass sie ihrerseits Fragen an mich und mein Projekt hatte. Rückblickend wäre es wohl sinnvoll gewesen ihr einen etwas ausführlicheren Überblick über meinen Projektstand zu geben.  Allenfalls hätte dies aber auch zu einer gewissen Voreingenommenheit führen können, welche das Gespräch zu stark auf meine Projektarbeit hätte lenken können.  Die Vermischung hätte sich auf jeden Fall durch eine klarere Gesprächs-Leitung vermeiden lassen. Ob dies zwingend auch zu einem ergiebigeren Interview geführt hätte sei dahin gestellt.

Fazit

Abschliessend lässt sich sagen, dass ich zufrieden mit dem Verlauf des Interviews bin und ich sehr interessante Erkenntnisse aus dem Gespräch habe ziehen können.  Von grossem Vorteil ist in dieser Hinsicht die Möglichkeit aber auch beidseitige Absicht weiterhin in Kontakt zu bleiben und den Austausch aufrechtzuerhalten. Allenfalls wird sich in Zukunft eine gemeinsame Arbeit anstreben lassen.

Gerne hätte ich im Vorfeld des Gesprächs die Arbeit von Claudia Amsler gelesen, was aber aus Zeitgründen nicht möglich war. Die Arbeit wurde mir im Dezember 2017 nachgereicht. Ausserdem hat sich aus dem Interview eine Zusammenarbeit ergeben, die massgeblich relevant für mein Projekt sein wird.

Anbei findet sich ein Transkript als auch die Tonaufnahmen des Interviews:

Interview Claudia Amsler_Transkribiert